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Ratgeber

Links und Buttons richtig benennen: Was „Hier klicken“ verschweigt

Screenreader lesen Links und Buttons mit ihrem Namen vor, und viele Menschen springen gezielt von Link zu Link, um sich einen Überblick zu verschaffen. Steht dort nur „Hier klicken“, „Mehr“ oder bei einem Symbol gar nichts, wissen sie nicht, wohin es geht. Hier steht, woher der Name kommt, wo er in Shops typischerweise fehlt und wie Sie ihn ergänzen.

ca. 5 Minuten Lesezeit Stand: Oktober 2026

1Woher bekommt ein Link seinen Namen?

Der Name ist das, was ein Screenreader vorliest und was Sprachsteuerung versteht. Er kommt aus einer von drei Quellen:

  • aus dem sichtbaren Text, etwa „Versandkosten“
  • bei einem Bild als Link aus dessen Alt-Text – mehr dazu im Ratgeber Alt-Texte für Produktbilder
  • bei einem Symbol aus einem versteckten Text, den nur Screenreader vorlesen

2Wo fehlen Namen in Shops typischerweise?

  • Symbole im Kopf der Seite: Warenkorb, Suche, Menü, Konto
  • Social-Media-Symbole in der Fußzeile
  • Pfeile in Bild-Slidern und Produktgalerien
  • das Herz für den Merkzettel
  • das Logo als Link zur Startseite, wenn das Bild keinen Alt-Text hat
  • „Mehr erfahren“ unter jedem Teaser – zehnmal derselbe Name für zehn Ziele

So besser nicht

  • Hier klickenSagt nichts über das Ziel
  • MehrSteht zehnmal auf der Seite und klingt zehnmal gleich
  • LinkSo klingt ein Symbol ohne Namen im Screenreader

So ist es hilfreich

  • Versandkosten ansehenDas Ziel steht im Link
  • Mehr über unsere LeinenkleiderAuch allein verständlich
  • WarenkorbVersteckter Name für das Symbol

3So benennen Sie Links und Buttons gut

  1. Schritt 1: Ziel oder Wirkung nennen

    Der Name sagt, wohin der Link führt oder was der Button tut: „Größentabelle öffnen“, „In den Warenkorb“, „Instagram“.

  2. Schritt 2: Mit dem sichtbaren Wort beginnen

    Steht auf einem Button „Kaufen“, sollte auch der versteckte Name mit „Kaufen“ anfangen. Wer per Sprachsteuerung „Klick auf Kaufen“ sagt, trifft sonst ins Leere.

  3. Schritt 3: Kurz bleiben

    Ein bis vier Wörter reichen. „Link zu“ oder „Button“ lassen Sie weg – das sagt der Screenreader ohnehin.

4Wo ergänzen Sie die Namen?

Textlinks ändern Sie direkt im Editor Ihres Shops. Symbole stecken meist im Theme; die Wege für Symbol-Links:

  • Shopify

    Meist Icon-Links (Logo, Social Media, Warenkorb). Im Theme-Code (Code bearbeiten → sections/header.liquid bzw. footer.liquid) einen versteckten Text <span class="visually-hidden">…</span> ergänzen.

  • WooCommerce

    Meist Icon-Links in Menü, Social-Icons-Block oder Header. Im Block-Editor beim Social-Icons-Block das Feld „Beschriftung“ füllen, im Theme ein aria-label ergänzen.

  • Shopware

    Meist Icon-Links in Header und Footer. Im eigenen Theme die Twig-Vorlage (z. B. layout/header/header.html.twig) überschreiben und ein aria-label ergänzen.

Für Symbol-Buttons wie Suche oder Slider-Pfeile gilt derselbe Weg. Kommen sie aus einem Plugin oder einer App, bitten Sie den Anbieter um eine Korrektur.

5Häufige Fragen

Darf „Mehr erfahren“ gar nicht mehr vorkommen?

Doch, wenn der Zusammenhang eindeutig ist, etwa direkt unter einer passenden Überschrift. Besser ist trotzdem ein Name, der auch allein verständlich ist, etwa „Mehr über den Versand“.

Hilft ein title-Attribut als Name?

Kaum. Viele Screenreader lesen es nicht zuverlässig vor, und auf dem Handy ist es unsichtbar. Der Name gehört in den Linktext selbst oder in einen versteckten Text.

Soll ich dazuschreiben, dass ein Link ein neues Fenster öffnet?

Ja, wenn er das tut, zum Beispiel „Versandbedingungen (öffnet neues Fenster)“. Noch besser: Links öffnen im selben Fenster, dann braucht es keinen Hinweis.

Quellen

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

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